Konzept für die Einrichtung einer teilgebundenen Ganztagsschule an der Fritz-Köhne-Schule

1. Vorbemerkung

Die Fritz-Köhne-Schule wird ab dem Sommer 2007 eine dreizügige Grundschule mit einer Vorschulklasse und dann annähernd 250 Schülern sein. An der Schule werden vermutlich 20 PädagogInnen arbeiten. Die MitarbeiterInnen haben sich regelmäßig durch Fortbildungen weiter qualifiziert, anzumerken ist, dass eine Kollegin eine Beratungslehrerausbildung hat, zwei Kolleginnen zu PLUS-Lehrerinnen weitergebildet wurden, eine Lehrerin zur Mathematikmoderatorin und eine Kollegin zur Sprachlernkoordinatorin ausgebildet werden. Unterstützt wird die pädagogische Arbeit durch zwei Kolleginnen von der Jugendmusikschule, die einmal in der Woche Musikunterricht in den Klassen 2 und 3 erteilen.

2. Räumliche Bedingungen und Ausstattung

Für den Freizeitbereich steht eine Freifläche mit verschiedenen Spiel- und Bewegungsräumen, einem Schulgarten, einem Schulteich und einem Freiluftklassenraum zur Verfügung. Ergänzt wird das Ausstattungsangebot durch Räume, die zum Teil noch aus der Zeit stammen, als die Fritz-Köhne-Schule noch eine vollausgebaute GHR-Schule war. Hierzu gehören ein Fotolabor, ein Computerraum, mit 24 Einzelarbeitsplätzen mit für Grundschulkinder ausgerichtetem Mobiliar, mit Internetzugang, sowie einem Smart Board und einem Beamer, ein Musik- und Filmraum, der den neusten technischen Standard widerspiegelt, eine Aula, die Sporthalle, eine Lehrküche, eine Schülerbibliothek, eine Holz- und Pappwerkstatt und ein Physik- und ein Chemiefachraum. Die zuletzt genannten Fachräume ermöglichen einerseits einen werktechnischen Grundlagenunterricht und andererseits im fächerübergreifenden Verbund den Erwerb von naturwissen-schaftlichen Elementarerfahrungen.
Die bestehende Pausenhalle könnte in eine Mensa umgewandelt werden. Mittels geringer baulicher Veränderungen könnte eine Küche installiert werden und die Halle als Essraum genutzt werden.
Für das pädagogische Personal wurden bereits mit der Einrichtung der Lehrerwerkstatt und von individuellen Arbeitsplätzen gesonderte Arbeitsbereiche im Hinblick auf eine veränderte Präsenzzeit geschaffen. Allein durch die organisatorischen Rahmenbedingungen haben wir uns auf den Weg gemacht und die Kooperation im Kollegium angeschoben. Die LehrerInnen verbringen mehr Zeit mit gemeinsamer Arbeit in der Schule.

3. Zusammensetzung der Schülerschaft

Bereits im Schulprogramm der Fritz-Köhne-Schule wurde Bezug auf das besondere Umfeld des Stadtteils Rothenburgsort genommen.
Viele Schüler und Schülerinnen kommen aus unteren sozialen Schichten und damit aus weniger bildungsorientierten Elternhäusern einerseits und aus einem nicht-deutschprachigen familiären Umfeld andererseits. Das statistische Landesamt gibt für das Jahr 2004 die nachfolgenden Zahlen bekannt:

Sozialhilfeempfängerinnen/-empfänger (2004) 1 006 in % der Bevölkerung 12,3 Ausländische Schülerinnen und Schüler 206 in % aller Schülerinnen und Schüler 49,5

Diese Schüler brauchen Unterstützung bei der Entwicklung von Sprachkompetenz, von Selbständigkeit, Selbstbewusstsein und der Lernmotivation sowie beim Erlernen von Toleranz- und Konfliktfähigkeit. Deshalb hatten sich vorrangig zwei Bereiche für die pädagogische Arbeit an der Fritz-Köhne-Schule herauskristallisiert:

1. Soziales Lernen als Erziehung zur Konfliktfähigkeit und Toleranz – Gewaltprävention
Die Klassengemeinschaft ist dabei der Ansatzpunkt für die Förderung des Gemeinschaftssinns und der Teamfähigkeit unserer SchülerInnen. Die MitarbeiterInnen der Fritz-Köhne-Schule führen zusätzlich
Gewaltprävention durch besondere Unterrichtsprogramme und die
Installation von verbindlichen Regeln durch. Die Installation eines
Streitschlichterprogramms wurde umgesetzt und in jüngster Vergangenheit das sogenannte Trainingsraum-Projekt durchgeführt. Daneben gab es zahlreiche Projekte zum Thema Gewaltprävention.

2. Soziales Lernen im Unterricht – Erwerb von Schlüsselqualifikationen
Neben der Selbverständlichkeit, die Sicherung und Vertiefung der Kulturtechniken zu gewährleisten, wurde versucht im Unterricht der Fritz-Köhne-Schule Kenntnisse und Fertigkeiten so zu vermitteln, dass die Kinder selbständig sachliche Zusammenhänge entdecken, soziale Verantwortung übernehmen und mitplanen, mitdenken, mitgestalten und verantworten können.

4. Fortsetzung begonnener Entwicklungsprozesse

Aus unserer Beobachtung heraus kann im Stadtteil eine anhaltende Bildungsbenachteiligung festgestellt werden.
Der Bedarf an sozialerzieherischer Betreuung als Teil der Bildungs- und Erziehungsversorgung und an sozialen Kontakten und sozialer Integration ist besonders ausgeprägt.
Tagtäglich erfahren wir, dass Familien eine zeitlich geregelte Kinderbetreuung benötigen, in vielen Fällen auch erzieherische Unterstützung. Zudem brauchen Familien eine räumlich erreichbare und - angesichts der divergierenden sozioökonomischen Situationen - finanzierbare Angebotsstruktur. Den bildungsbenachteiligten Kindern des Stadtteils ein anregungsreiches Milieu anzubieten, bleibt somit die vorrangige Aufgabe, damit sie besser als bisher gefördert werden. Es besteht Einigkeit darüber, dass die Schule in Rothenburgsort, in einem Stadtteil mit ganz wenigen Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, ein Ort für Freizeitangebote und des Lernens werden muss. Die Schule muss einen hinreichenden Umfang an Lernzeit sowie eine intensive Lernförderung gewährleisten, Kontakte mit Gleichaltrigen, soziale Integration und persönlichkeitsfördernde Freizeit-, Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten anbieten.
Mit dem erklärten Ziel, durch eine grundlegende strukturelle Veränderung der Fritz-Köhne-Schule eine Verbesserung der Bildung der Schüler/innen zu erhöhen, war der Schritt hin zu einem Antrag auf Umwandlung in eine Ganztagsschule getan.

5. Gestaltungsaspekte der Ganztagsschule an der Fritz-Köhne-Schule

Von der Umwandlung in eine Ganztagsschule erhoffen wir uns einen Gewinn an Zeit: endlich Zeit für die individuelle Förderung, mehr Zeit für soziale Lernprozesse und mehr Zeit für Erziehung.
Angesichts der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schulkinder benötigt die Schule mehr Zeit und eine schüler- und lerngerechte Rhythmisierung des Schulalltags. Kinder und Jugendliche brauchen Orientierung und Verlässlichkeit durch zeitliche Abfolge von Aktivitäten, ebenso aber flexible Möglichkeiten, um eigenes Lerntempo, eigene Lernwege und Lernmethoden zu finden, für Phasen der Erholung, Zerstreuung, Spiel und freie Betätigung. Der Verlauf des Schultags sollte daher um des Lernens und des Lernerfolgs willen vom Lebens- und Lernrhythmus der Schüler/innen und der didaktisch-methodischen Differenzierung bestimmt werden, nicht aber von einer formal gesetzten Zeitordnung.

Mit Blick auf die Rhythmisierung des Schulalltags herrschte weitgehend Konsens darüber, dass eine voll gebundene Form für die Schüler/innen des Stadtteils die bestmögliche wäre; diese Form bleibt im Fokus der Schulentwicklung.
Aufgrund der Tatsache, dass sehr viele Eltern in den Schulferien und auch nach 16.00 Uhr eine Betreuung für ihre Kinder benötigen, bestand in allen Schulgremien allerdings auch Einigkeit darüber, dass die für den Stadtteil angemessenste Form einer Ganztagsschule die der teilgebundenen Ganztagsschule wäre. Einerseits ermöglicht die teilgebundene Form eine hohe Verbindlichkeit und die Chance einer Rhythmisierung für die älteren Schüler/innen, andererseits bleibt die Option für die Eltern der jüngeren Jahrgänge bei Bedarf, das Recht auf eine Anschlussbetreuung in den Kindertagesstätten auch in den Schulferien wahrzunehmen.

Angedacht ist eine Ganztagsschule, die ein Mittagessen anbietet. Für alle Schüler/innen und für die Schüler der Jahrgänge 0,1 und 2 offene Angebote am Nachmittag, für die Jahrgänge 3 und 4 eine obligatorische täglich feste Schulzeit bis 16.00 Uhr vorsieht.

Mittagessen
Das Mittagessen soll als ein fester Bestandteil zum Schulleben dazu gehören, es soll mit Lern- und Erziehungsaspekten verbunden werden, etwa als gemeinschaftsstiftende und kommunikative Aktivitäten und Gruppenerfahrungen sowie als Anknüpfungspunkt für Fragen
gesunder Ernährung. Aus diesem Grund streben wir die Organisation einer verbindlichen Teilnahme an.
Da die Jahrgänge 0 – 2 ihren Pflichtunterricht später beginnen, kann das Mittagessen im Schichtbetrieb eingenommen werden, der für den Mensabetrieb vorgesehene Raum ist somit ausreichend.

In den Jahrgängen 3 und 4 soll zusätzlich über die Platzierung des Mittagessens Einfluss auf den Tagesrhythmus der Schüler genommen werden.

6. Angebote der offenen Ganztagsschule

• Projekte durch Honorarkräfte
• Additive Sprachförderung durch Lehrkräfte
• Umfängliche, tägliche Hausaufgabenbetreuung von Montag bis Donnerstag
• Sport (Neigungsgruppen)
• Kursangebote durch Honorarkräfte (z.B. Leseförderung, Kunstangebote, Theater, Tanz etc.)

Grundplan für die Schüler/innen der Jahrgänge 0, 1 und 2

Grundplan für montags bis donnerstags
8.00 - 8.30 Offener Anfang / Additive Sprachförderung
8.30 – 8.45 Gemeinsames Frühstück
8.50 – 9.30 2.Stunde
09.30 – 09.55 Pause
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
10.00 –
3.Stunde
11.35
4.Stunde
11.35 - 11.55 Pause
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
12.00 – 13.00 5.Stunde
13.00 – 14.00 Mittagspause (Mittagessen –13.15 - 13.45- , Freizeit, Entspannung) ( 60 Minuten)

14.00 – 14.45
(15 Min. Pause)


15.00 – 16.00
Hausaufgabenhilfe Sport
(Neigungskurs) Projekte (Kunst, Themen aus dem Sachunterricht in Kooperation mit Einrichtungen und Firmen des Stadtteils, z.B. mit den HWW zum Thema Wasser) Neigungskurse (Bastelangebote, Musikangebote)
Dieser Grundplan dient als „Richtwert“ zur Fertigung einer formalen Struktur


7. Angebote der gebundenen Ganztagsschule

Vorüberlegung
In den Jahrgängen 3 und 4 soll der Fokus sehr stark auf eine mögliche Rhythmisierung des Schulalltags gelegt werden. Unterricht und Freizeit sollen möglichst wenig voneinander getrennt werden, so dass sich Unterrichtsphasen und Freizeitangebote rhythmisiert im Tagesablauf abwechseln.
So ist vorgesehen im Schulvormittag Phasen der Erholung, Zerstreuung für Spiel und freie Betätigung einzuplanen. Es ist geplant im Vormittag Arbeitsgemeinschaften, Stillarbeit ebenso wie gelenkte Unterrichtsphasen im Wechsel stattfinden zu lassen. Es soll drei unterschiedliche Freizeitformen geben: In der klassengebundenen Freizeit werden gemeinsam geplante Vorhaben mit dem Klassenlehrer/-lehrerin an mindestens einem festgelegten Tag der Woche umgesetzt. In der kursgebundenen Freizeit können Schüler/innen aus den Angeboten für ein Halbjahr an festgelegten Nachmittagen klassen- und jahrgangsübergreifende Angebote wählen. Die ungebundenen Freizeitphasen dienen zur eigenverantwortlichen Übernahme von Pflichten und der individuellen Interessenbefriedigung. In den unterschiedlichen Freizeitformen, besonders in der klassen- und kursgebundenen Freizeit, erhalten die Schüler/innen Gelegenheit, sich mit den Unterrichtsinhalten weiter zu beschäftigen um diese zu festigen und zu erweitern.

Grundplan für die Schüler/innen der 3. und 4. Jahrgänge
(Auf den nachfolgenden Seiten)

Grundplan für die Schüler/innen der 3. und 4. Jahrgänge

Grundplan für montags und mittwochs
8.00 – 8.45 1.Stunde
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
8.50 – 9.30 2.Stunde
9.30 – 9.55 Pause
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
10.00 – 10.45 3.Stunde
(5 Minuten für Raumwechsel etc.) AG`s im hauswirtschaftlichen Bereich / Stillarbeit /
WP- Neigungskurse /
Streitschlichterausbildung der 4. Klassen
10.50 - 11.35 4.Stunde
11.35 - 11.55 Pause
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
12.00 – 12.45 5.Stunde
12.45 – 13.45 Mittagspause (Mittagessen 12.45 – 13.15, Freizeit, Entspannung) ( 60 Minuten)

13.45 – 14.45
(15 Min. Pause)

15.00 – 16.00
Handlungs-orientierter Kernunterricht
+ additive Sprachförderung
Dieser Grundplan dient als „Richtwert“ zur Fertigung einer formalen Struktur


Grundplan für dienstags und donnerstags
8.00 – 8.45 1.Stunde
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
8.50 – 9.30 2.Stunde
9.30 – 9.55 Pause
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
10.00 – 3.Stunde 11.35
4.Stunde
11.35 - 11.55 Pause
(5 Minuten für Raumwechsel etc.)
12.00 – 12.45 5.Stunde
12.45 – 13.45 Mittagspause (Mittagessen 12.45 – 13.15, Freizeit, Entspannung) ( 60 Minuten)

13.45 – 14.45
(15 Min. Pause)

15.00 – 16.00 Hausaufgabenhilfe Sport (Neigungskurse) Additive Sprachförderung Projekte Neigungskurse Kinderkonferenz
Dieser Grundplan dient als „Richtwert“ zur Fertigung einer formalen Struktur

8. Sprachkompetenz / Förderkonzept

Schulisches Lernen und gesellschaftliche Integration setzt die Fähigkeit voraus mit der deutschen Sprache in Grundvoraussetzungen umzugehen. In Rothenburgsort, einem klassischen Arbeiterstadtteil, sind diese Grundkenntnisse der deutschen Sprache nicht gegeben, da zwar laut Statistik 26,6% Ausländer dort ansässig sind, es aber weit über diesen Wert hinaus geht, wenn es um die Beherrschung der deutschen Sprache in ihren einfachsten Grundfertigkeiten geht. Wir haben viele Kinder mit Migrationshintergrund und einer damit einhergehenden Halbsprachigkeit. Die Schüler haben zu einem nicht unerheblichen Teil schrift- und bildungsferne Milieubedingungen, beherrschen meist nicht einmal mehr ihre Muttersprache und erfahren in ihren Elternhäusern keine Bedeutsamkeit fürs Lesen oder Schreiben. Dabei sind die allgemeine Sprachkompetenz sowie die Lese- und Schreibkompetenz der Schlüssel für den Schulerfolg und für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

An der Fritz-Köhne-Schule findet 2x wöchentlich ein kostenloser Deutschkurs der Elternschule für die Mütter der Schüler statt. Hier ist ein wesentlicher Grundstein gesetzt, haben doch die Eltern einen immensen Einfluss auf ihre Kinder durch ihre Vorbildfunktion. Das Ziel der Fritz-Köhne-Schule ist es, noch mehr Mütter dazu zu bewegen, die deutsche Sprache zu erlernen, da sie es sind, die mit den Kindern nach der Schulzeit zu tun haben.

Ab August 2006 wird es an der Fritz-Köhne-Schule eine spielerische Sprachförderung in Nachmittagsgruppen für die 4,5-Jährigen geben. Alle Kinder bei denen durch Sprachstandsdiagnose ein besonderer Sprachförderbedarf festgestellt wurde, sollen an den Kursen (Gruppengröße ca. zwischen 8 und 12) teilnehmen. Allein 13 von 22 zukünftigen Vorschülern haben einen erhöhten Sprachförderbedarf. Die Kurse finden folglich an der Fritz-Köhne-Schule statt. Alle institutionell betreuten Kinder werden 2x2 Stunden pro Woche an den Kursen teilnehmen, sobald die rechtlichen Grundlagen von der Behörde dafür geschaffen sind. Die Räumlichkeiten dafür sind an der Fritz-Köhne-Schule gegeben. Durch die Umwandlung der Fritz-Köhne-Schule in eine Ganztagsgrundschule, würden die Kinder im Anschluss an die Unterrichtszeit die Möglichkeit haben, Mittag zu essen, bevor sie in die am Nachmittag liegenden Fördergruppen gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder nicht mehr zum Kurs kommen, wenn die Kinder erst nach Hause gehen, ist trotz verpflichtender Teilnahme sehr hoch. Damit die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung spielerisch lernen, sollen der Vorschulklassenraum und der daneben liegende im letzten Jahr eingerichtete Sprachlernraum für die Förderung in Frage kommen.

Um den Kindern einen bestmöglichen Schulbeginn zu ermöglichen, gibt es in jüngster Zeit eine Kooperation zwischen den umliegenden beiden Kindergärten und der Fritz-Köhne-Schule. Die Einrichtungen stehen im ständigen Austausch miteinander. Erste Hospitationen der Erzieherinnen und Sozialpädagogen in den ersten Klassen, sind bereits erfolgt. Geplant sind weitere gegenseitige Hospitationen zwischen der Vorschule der Fritz-Köhne-Schule und den Kindergärten mit Focussierungen in den Bereichen Sprache und Kognition, da in diesen Bereichen starke Defizite der Kinder zu verzeichnen sind. Eine Förderung der kognitiven Fähigkeiten wirkt sich nach Forschungen sehr positiv auf das Lesenlernen aus. Die Zusammenarbeit zwischen den Leitern der Institutionen ist in jüngster Zeit ausgesprochen positiv verlaufen. Alle haben das gemeinsame Ziel, die Kinder bestmöglich zu fördern.

Bundesweite Forschungen haben ergeben, wie wichtig der Anfangsunterricht bei der Sprachförderung ist. Eine frühestmögliche Prävention und Erkennung der sich anbahnenden Probleme bilden den Grundstein für den Lernerfolg. Bei den eingeschulten Schülern werden immer wieder hohe unterschiedliche Erfahrungen in der Schriftkultur und Sprache festgestellt. Allerdings ist ebenfalls eine starke Lernfreude und ein hoher Ehrgeiz zur Ausdrucksfähigkeit primär in den jungen Jahrgängen zu beobachten. Dies möchte die Fritz-Köhne-Schule nutzen. Der Schwerpunkt der Förderung an der Schule soll daher auf den Jahrgängen 0-2 liegen. So werden die Vorschule und die Jahrgangsstufen 1 und 2 verstärkt mit Förderstunden versorgt werden. Um die Sprachförderung nicht vom Unterricht und die Kinder nicht von der Klassengemeinschaft zu isolieren, soll es neben der additiven Förderung am Schulvormittag auch integrative Förderung während der Unterrichtszeit geben. Denkbar sind für die additive Förderung auch Förderbänder, also Fördergruppen, die jahrgangsübergreifend zeitgleich z.B. in der offenen Eingangsphase liegen. Die Förderung muss in Kleingruppen (ca. 4-8 Kinder) laufen, um eine bestmögliche individuelle Förderung der Einzelnen zu ermöglichen. Es ist wichtig, dass die Förderung für die Kinder möglichst täglich zur gleichen Zeit liegt, denn täglich gleiche, klare Zeitstrukturen vermitteln Sicherheit und Geborgenheit, gerade in Stadtteilen wie diesem, in dem verlässliche Strukturen im Elternhaus nicht zur Tagesordnung gehören.

Zur Zeit werden an der Fritz-Köhne-Schule bereits klassen- und z.T. jahrgangsübergreifende Förderungen nach Förderschwerpunkten erprobt. Genaueres kann an dieser Stelle für das Ganztagsgrundschulkonzept noch nicht festgelegt werden, denn eine Evaluation unseres derzeitigen Förderkonzepts mit den sich daraus ergebenden Folgen für unser Schulkonzept erfolgt im Mai.


9. Elternmitarbeit

Im Bereich der Aktiven Pause, der Freizeitangebote und während der Mittagszeit wird die Mithilfe der Eltern bereits genutzt oder ist ausdrücklich erwünscht. Bei Schulveranstaltungen und bei der Schulverschönerung hat die Elternmitarbeit bereits Tradition.

10. Abstimmungsergebnisse der Gremien

Fritz-Köhne-Schule soll einen Antrag auf Ganztagsschule stellen
Gremium Termin: Ja Nein Enthaltung
Elternrat 17.01.06 6 1 1
Lehrerkonferenz 19.12.05 24 1 0
Schulkonferenz 24.04.06 11 1 0

Die Regionalkonferenz Rothenburgsort und der Stadtteilbeirat unterstützt ausdrücklich den von der Fritz-Köhne-Schule angestrebten Entwicklungsprozess.

Beschlüsse zum vorliegenden Konzept:
Gremium Termin: Ja Nein Enthaltung
Elternrat 18.04.06
Lehrerkonferenz 24.04.06
Schulkonferenz 24.04.06 1

Es kann festgehalten werden, dass sich alle schulischen Gremien mit großer Mehrheit für die Ganztagsschule in teilgebundener Form und das vorliegende Konzept ausgesprochen haben.

Ganztagsschule: Was ist das?

Unser Konzept sieht vor, dass für die Schüler der 1. Klassen ein schulisches Ganztagsangebot in offener Form mit Unterrichtszeit von 08.00 bis 13.00 Uhr und freiwillig zu nutzenden Angebotselementen vorgesehen sind. Die Schüler dieser Klassen können vor jedem Halbjahr entscheiden, ob sie eine Mittagsmahlzeit (www.schulmenue.de), Spiel-, Sport- und Freizeitangebote sowie eine Hausaufgabenbetreuung durch Lehrer, Erzieher oder Honorarkräfte nutzen möchten.

Diese Wahl fällt bei den Schülern der Klassen 2, 3 und 4 fort, sie gehen in die Ganztagsschule in gebundener Form. Für diese Schüler und Schülerinnen findet von Montag bis Donnerstag Unterricht in der Zeit von 08.00 bis 16.00 Uhr statt, nur am Freitag endet die Schule bereits um 13.00 Uhr.

Den Mittwoch haben wir rhythmisiert (Phasen des intensiven Lernens wechseln sich mit Entspannungszeiten ab), an diesem Tag findet eine Verzahnung von Fachunterricht, Bearbeitung individueller Lernaufgaben und Arbeitsgemeinschaften, Projekten und Förderung und Freizeitangeboten statt. Die Teilnahme am Mittagessen ist für diese Jahrgänge verpflichtend. Zukünftig wollen wir diese Gliederung des Schultags ausbauen, weil wir davon überzeugt sind, dass so Rücksicht auf den Bio-Rhythmus der Kinder genommen wird und damit die Konzentration der Schüler gefördert wird.